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Radikalität beginnt mit Sprache

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Amokläufer in den USA wild um sich herumfeuert, um Politiker_innen zu töten. Doch schockierend und traurig ist es trotzdem. Diesmal, weil ein 22-jähriger eine Veranstaltung mit der demokratischen Abgeordneten Gabrielle Giffords in Tucson, Arizona, aufsuchte, um diese zu töten. Giffords Zustand ist kritisch aber stabil, 6 Menschen sind tot, darunter ein neunjähriges Mädchen, geboren 9/11 und Bundesrichter John Roll, 14 weitere wurden verletzt.

Aber gehen wir etwas zurück in die Zeit vor dieser Tragödie: die letzten Wahlkämpfe in den USA seit der Wahl Obamas waren vor allem von der reaktionären, extrem rechten Tea-Party-Bewegung geprägt, die Wähler_innen radikalisierten sich, die Demokrat_innen wurden zum absolut verhassten Feindbild weiter hochstilisiert. Gehen wir nun nach der Theorie des Linguisten George Lakoffs, wonach vor allem Metaphern das Denken und Handeln der Menschen prägen, werden die militanten Formulierungen wie die der TP-Heldin Sarah Palin („don’t retreat…reload!„) noch viel problematischer. Sie bezeichnete in den Kongresswahlen Arizona als wichtigstes Ziel und makierte es mit mehreren Fadenkreuzen auf einer Karte der USA.

Noch einen Schritt weiter gehen Wahlwerbespot wie jener der in Arizona tätigen, ultrakonservativen Republikanerin Pamela Gorman, welchen ich hier für sich selbst sprechen lasse…

Es muss die Frage gestellt werden, inwiefern die Republikaner_innen für den Terrorismus von Amerikaner_innen gegen Amerikaner_innen verantwortlich gemacht werden können. Denn sie prägen die militante Rhetorik gegen gemäßigte Demokrat_innen links der Mitte. Sie prägen die Diskussion über Politik, sie prägen als „opinion leaders“ die Meinung der Massen. Sie sind verantwortlich, wenn der zunehmende Verfall der politischen Kultur dazu führt, dass sich Auseinandersetzung auf eine völlige andere, grausame Ebene verlagern.

Es ist Politiker_innen zwar nicht vorzuwerfen, solche Tragödien bewusst zu provozieren, jedoch muss endlich ein Umdenken stattfinden. Weg vom radikalen Populismus, hin zu einer sachlich geführten Debatte. Sonst stehen nicht nur den USA, sondern auch anderen Ländern wie Österreich, wo Rechtspopulist_innen immer mehr Boden gewinnen, dunkle Stunden bevor. Und das will niemand.

Foto: Fibonacci Blue

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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Comments (2)

  1. Georg11. Januar 2011 Antworten
    Ich vermute nicht, dass die radikalisierung nur von Republikanern ausgeht. Wie man gestern in der ZIB 2 sehen konnte, war das Wahlvideo vom Demokratischen Kanidaten von West Virginia auch sehr gewaltverherrlichend.->siehe TV Thek
    Außerdem ist für mich Obama auch nur ein Populist und nur geringfügig besser als die Republikaner; Zitat: „If they bring a knife to the fight, we bring a gun“. Hört euch einmal die Inhaltslosen reden von ihm an, mehr als sein Mantra ähnliches „Yes we can“ hat er auch nicht drauf.
    Und das keiner merkt welche Show da drüben wieder abläuft: Einseitige Berichtererstattung, das fehlen jeglicher Objektivität, voreilige Urteilsbildung -> Er muss ein rechter bzw. Palin Anhänger sein weil er ja eine Demokratin anschoß, aber den Republikanischen Richter den er tötete (der noch dazu unter Bush Karriere machte) erwähnt nur selten wer. Und die New York Times als Qelle anzugeben ist wirklich unter jeder Würde (entschuldige), wer hat uns belogen, der Irak hätte Massenvernichtungswaffen? Genau die NYT -> http://zmag.de/artikel/wer-hat-die-kristallkugel
    Trotzallem muss man diese Tat verurteilen und Barbie Sahra Palin ist eine sehr große Gefahr aber schuld an diesem Massaker ist die gesamte perfide, egoistische amerikanische Gesellschaft. Ich hoff nur das wir Österreicher die bisschen Solidarität die wir noch haben behalten. Da gib ich dir recht, Strache untergräbt sie langsam.
    • Georg11. Januar 2011 Antworten
      Und noch ein paar Lustige Videos zu „Americas next Superpresident“. Da braucht man keinen Dorfer oder Hader mehr anschauen, das schlägt alles: http://www.youtube.com/watch?v=eDJSVPAx8xc
      http://www.youtube.com/watch?v=INZRT0-AWuY Aja und die Reden von Amerikas Pendant Castro und Chavez konnte ich leider nicht raufstellen, benötigen zu viel Speicher und haben leider keine lustigen Teleprombter Aussetzer dabei. Vielleicht kann sichs der Sozialismus nicht leisten so hochwertige Ware zu kaufen oder vielleicht Habens doch mehr Schmalz als die Amerikaner. -6 Stunden frei reden noch dazu eine selbtgeschriebene Rede find ich schon bemerkenswert.

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