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Richard Cheese – Live at the Royal Wedding

Die Hochzeit des Jahres: Kate und William haben geheiratet. Klar, dass bei dieser Gelegenheit auch die Royals mal so richtig die Sau raus lassen wollen. Und wär wäre besser dazu geeignet, das blaue Blut zum kochen zu bringen als Richard Cheese und Lounge Against the Machine.

Dafür, dass Harry zu diesem Anlass ausnahmsweise auf sein Gestapo Uniform verzichtet hat, bekommt der Prinz ‚Rehab‚ gewidmet, für die angeheiratete Kate swingt seine Band beherzt ‚Closer‚ von der Bühne. Da applaudiert man artig, selbst die Royals und ihr enger Freundeskreis schnallen den Witz – ist ja auch der gleiche, den Cheese seit nunmehr 11 Jahren erzählt. Wer ihn tatsächlich noch nicht kennen sollte: Cheese ist der smoothe (einer großen Allgemeinheit spätestens ab Zack Snyder`s ‚Dawn of the Dead‚ Remake) bekannte Salonlöwe, der von Nirvana und U2 über die Beastie Boys bis hin zu Slipknot und Disturbed so ziemlich alles durch die Loungemmangel dreht – und dabei immer als die coolste Sau des Planeten aussteigt.

Live at the Royal Wedding‚ gilt dabei aus nicht näher genannten Gründen als sein erstes Livealbum, auch wenn ‚Viva La Vodka‚ ebensolches im Untertitel beteuerte und eigentlich ohnedies alles von Cheese als Gig inszeniert wird. Soviel Extravaganz darf erlaubt sein, vor allem wenn ‚Live at the Royal Wedding‚ digital schon längst erschienen ist und auf CD nur in limitierter Auflage veröffentlicht werden wird.
Eine Angelegenheit, die sich also vor allem Fans ins Haus holen dürften. Ehrensache, auch wenn Cheese und Lounge Against the Machine hier (so gut wie) ausschließlich bekanntes Material darbieten, höchstens marginal variiert vom Studioausgangsmaterial und durchsetzt von zahlreichen respektlosen Witzchen über die Royals und ihren Anhang. Zwar sind die nur beim ersten Mal wirklich komisch, danach aber immer noch amüsant. Ist halt ein geborener Entertainer, der Mann.

Verstehe die Veröffentlichungsform deswegen wer will: ‚Live at the Royal Wedding‚ eignet sich mehr als alles andere als perfekter Einstieg für Cheese- Neulinge, stellt das Album doch eine etwas schwächere Alternative zu seinem tatsächlichen Best of (welches ja eigentlich auch zu einem Großteil aus Neuaufnahmen besteht….wie auch immer) ‚The Sunny Side of the Moon‚ dar. Außerdem gibt’s mit ‚Helter Skelter‚ schon mal einen Ausblick auf Richard’s Beatles Tribut ‚Let it Brie‚, welches ja 2013 erscheinen soll – mal sehen. Bis dahin ist Cheese mit seinen ständig im Wandel begriffenen Lounge Against the Machine weiterhin auf Abschiedstour. Mal wieder die letzte – wie immer – auf der der alte Witz von den geloungeten Querfeldeinhits erzählt wird. Komischerweise immer noch einer, der sich einfach nicht abnutzt.

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