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Scott Matthew – Gallantry’s Favorite Son

Cover Art Scott Matthew "Gallantry's Favorite Son"Der König der Herzen des Folkpops hat es wieder getan und veröffentlicht mit „Gallantry’s Favorite Son“ ein weiteres Album voll herzzerreißender Balladen – und mehr. Ob er es damit schafft, sich entgültig in den Himmel der Singer-Songwriter zu singen?

Eine gewisse Ähnlichkeit mit Antony Hagerty aka Antony (& the Johnsons) kann Scott Matthew nicht verleugnen. Beide legen sie alles, was sie an Gefühl in sich haben, in ihre Stimmen, um traurige Lieder über die kleinen und großen Tragödien des Lebens zu singen. Matthew tut dies auf „Gallantry’s Favorite Son“ zum dritten Mal und beweist, dass er auch weiterhin relevant bleiben wird. Ob als kleines Licht oder als Polarstern der Singer-Songwriter-Szene wird sich allerdings zeigen.

„Irgendwann ist die Luft raus“ – das war zumindest mein erster Gedanke, als ich das Vorgängeralbum „There’s an Ocean that divides….“ zum ersten Mal hörte, als bereits alle von ihm schwärmten. Zu wenig war da, was sich vom Gros der Folkpop-Alben in meiner Sammlung unterschied. Vereinzelte Songs waren nett bis toll, aber wirklich hängen blieb davon wenig. Das ist auch ein Problem von „Gallantry’s Favorite Son“. Die Produktion ist aufwendiger, die Instrumentierung verspielter, die Stimmung wieder oft herzzerreißend traurig, aber auch diesmal hat Matthew das Problem, dass sein Album nach seinem Ende einen zu glatten, zu runden, zu belanglosen Eindruck hinterlässt.

Der wird der wirklichen Qualität von „Gallantry’s Favorite Son“ allerdings nicht bewusst. Schon der Einstieg mit „Black Bird“ erinnert an seine großen Songs, die 2010 alle William Fitzsimmons für kurze Zeit vergessen ließen. Schon beim Opener geht Matthew wieder aus sich heraus und lässt einen an seinem Leben teilhaben, so hat man das Gefühl. Das zieht sich weiter, bis er mit „Felicity“ schnellere Töne anschlägt und etwas ins Country-Eck schielt. Schlecht klingt auch das nicht, die Mischung aus typisch leisen Stücken und schnellere Passagen macht das Album abwechslungsreicher als seinen Vorgänger, schafft es aber trotzdem nicht, es wirklich herausragend zu machen. Da hilft auch der vermehrte Einsatz von „La las“, Schnippen und Mandolinen nichts.

Aber versteht mich bitte nicht falsch, „Gallantry’s Favorite Son“ ist ein Album mit schönen Melodien und unfassbar gefühlvollen Momenten, schafft es aber trotz neu gefundener streckenweiser Leichtigkeit nicht, über die Dauer von knapp 43 Minuten zu fesseln. So verkommen gefühlvolle Balladen manchmal zu eher belangloser Hintergrundmusik. Das Projekt Album Nr. 3 ist zwar geglückt, aber auch kein Meilenstein.
Ich war aber schon immer ein Spätzünder, was die Arbeit Scott Matthews angeht.

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Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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