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Scott Pilgrim – Rating: Awesome!

Während in den USA über den sechsten und letzten Band der Comicserie und den kurz darauf folgenden Film nochmals überschwänglichst gejubelt wurde, ging der Hype um Scott Pilgrim bei uns nie wirklich los.
Kaum jemand, nicht mal die, die sonst immer die Nerds waren, wussten, dass es da was gibt. Schade eigentlich, denn Scott Pilgrim ist weit mehr als noch eine gehypte Comicserie.
Scott Pilgrim, ein Kurzabriss auf der Comic-Con 2010

Die Comics

Begonnen hat das alles bereits im August 2004, als Zeichner und Autor Brian Lee O’Malley nach seinem ersten Comic Lost at sea 2003 dem ersten Band einer Serie um den „20-something“ Slacker Scott Pilgrim namens Scott Pilgrim’s Precious Little Life veröffentlichte. Die Handlung ist schnell umrissen: junger Mann (Scott Pilgrim) verliebt sich in junge Frau (Ramona V. Flowers), sie werden ein Paar und kämpfen danach mit den Aufgaben des Alltags.

Seinen Namen erhielt die Serie von einem Lied der kanadischen Indierock-Band Plumtree. Alles, was in Scott Pilgrim passiert, sehen wir durch die Augen des Protagonisten – und der hat eine offensichtlich immens blühende Fantasie, welcher er nach der ersten Begegnung mit Ramona freien Lauf lässt und sein Leben in eine Mischung aus Popkulturreferenzen und Videospielen verwandelt. Da wird aus der simplen Handlung gleich eine 6-bändige Comicreihe, in der es darum geht, wie Scott Pilgrim die „League of Evil Exes“, bestehend aus den sieben „Exes“ von Ramona, besiegen muss, um sie weiterhin daten zu können. Karatekungfuwasweißichkampfsportkämpfe (Rating: Awesome!) und Auftritte von Scott’s Band Sex Bob-Omb inklusive.
Mit Scott Pilgrim’s Finest Hour fand die Serie im Juni 2010 ihren Abschluss.

Der Film

Scott Pilgrim vs. The World PosterZu den in einem an Mangas angelehnten Stil gezeichneten Graphic Novels gesellte sich 2010 dann auch ein Film namens Scott Pilgrim vs. the World. In den Hauptrollen: Michael Cera (Superbad, Juno) als Scott, Mary Elisabeth Winstead (Stirb Langsam 4, Death Proof) als Ramona und Jason Schwartzman (I ♥ Huckabees, The Darjeeling Limited) als Schöpfer der Liga und ultimativer Endgegner Gideon Graves. Regie führte Edgar Wright, der vorher vor allem mit Shaun of the Dead und Hot Fuzz bekannt wurde.

Die Idee zum Film hatte Regisseur und Drehbuchautor Wright bereits nach Band eins der Serie, was auch den schnellen Release des Films nach dem finalen Band sechs erklärt. Trotz der engen Kommunikation mit Schöpfer O’Malley weicht der Film, für manche Fans störend, von der Handlung der Graphic Novels ab, ändert einzelne Charaktere und kürzt ganze Stellen weg. Wer die Serie also gelesen hat, darf sich keine 100%ig akkurate Verfilmung erwarten, Fans des Films können noch viel Neues in den Büchern lesen.

Musikalisch hatte der Film einiges zu bieten. Am Soundtrack war nicht nur Nigel Godrich (vor allem als Radiohead-Produzent bekannt), sondern auch Bands wie Beck, Broken Social Scene, Metric und die Rolling Stones vertreten.

Der Hype in den USA war  relativ groß, Comic Conventions wurden von den Schauspieler_innen und dem Produktionsteam getourt, auf der offiziellen Website können eigene Charaktere erschaffen, Trailer-Remixes angesehen und iPad-Spiele heruntergeladen werden. Trotzdem blieb der Film unter den Erwartungen. Selbst die wirklich interessante Verschmelzung von animierter Fantasie mit realen Alltagssituationen (Anm.:  Wirklich, allein wegen den Effekten lohnt sich der Film!) und die bekannten Gesichter unter den Darsteller_innen schafften es nicht, ein wirklich großes Publikum zu erreichen. In Österreich blieb der Film generell unbemerkt, auch europaweit war der Film eher eine finanzielle Enttäuschung.

Dies änderte sich erst mit der Veröffentlichung der DVD. Nach einem Tag war die BluRay von Scott Pilgrim vs. the World Nummer eins der Amazon.com-Charts, auch die Bücher fanden erhöhten Absatz, weswegen nun auch eine Box, die alle sechs Bände und ein Poster enthält, erschienen ist. Die DVD wird erst am 24.2. mit deutscher Tonspur veröffentlicht.
Wer sich bis dahin die Wartezeit verkürzen will, kann sich ja den Kurzfilm Scott Pilgrim vs. the Animation ansehen.

Foto: Popculturegeek.com
Poster: Universal Pictures

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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