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Someone Still Loves You Boris Yeltsin – Tape Club

Someone Still Loves You Boris Yeltsin misten ordentlich aus und compilieren allerhand rares und unveröffentlichtes Material aus der Hinterhand. Wie immer bei den vier Amerikanern sind das offenkundig nette Songs und auf lange Sicht wunderbar charmante Freunde fürs Leben.

Als Bindeglied zum vierten Studioalbum der Band gibt’s also allerhand bisher ausgemistetes Songmaterial, von der Band letztendlich doch geliebt. Absurd eigentlich, was hier alles als Ausschussware gehandelt wurde, steht ein Großteil der vorhandenen – sage und schreibe 26! – Songs dem auf den bisherigen Alben veröffentlichten Material doch praktisch in nichts nach. Aber dass Someone Still Loves You Boris Yeltsin ein fragwürdiges Verhältnis zu Non-Album Tracks haben, durfte man auch letztes Jahr im Zuge der Veröffentlichung von ‚Let it Sway‚ mitverfolgen, als das ganz famose ‚Cardinal Rules‚ keinen Platz auf der ganz wunderbaren „Doch-nicht-Schluß- Platte“ fand und wiedereinmal als Download-Geschenk für Polyvinyl-Kunden verheizt wurde. Wie auch immer: ‚Tape Club‚ leistet nun nicht nur diesbezüglich Abbitte: ‚Cardinal Rules ‚ findet hier ebenso Platz wie über zwei Dutzend weitere ausrangierte Songs, quer durch alle Schaffensphasen der vier Jungspunde aus Missouri.

Der Grad zwischen Demo und letztendlicher Fassung ist für Someone Still Loves You Boris Yeltsin dabei ein schmaler, wie ‚Tape Club‚ beweist: Wie schon auf den vorangegangenen Studioalben zeigt die Band hier vollkommen unaufgeregte Sommepopgeniestreche zwischen melodiösem Slackertum und zurückgelehntem Powerpop, trotz voller Bandbesetzung immer spartanisch inszeniert. Quasi die Band, die Weezer schon so lange nicht mehr sein dürfen, weil derartig unschuldige Melodieverliebtheit im wirren Kosmos des Rivers Cuomo keinen Platz mehr hat. Die Lo-Fi Alternative zu Stephen Malkmus und seinem Pavementvermächtnis. Gute Laune Musik, ohne wirklich fröhlich sein zu müssen; entspannter Schunkelpop ohne große Szene – und auf Platte wie immer nicht ansatzweise so nachdrücklich, wie die Band das live bringt. Das kennt man mittlerweile ja von den Vier, man kann nur nicht oft genug erwähnen, wie großartig Someone Still Loves You Boris Yeltsin tatsächlich sind. Weil die Musik der Amerikaner sich mit derart viel Understatement und ohne jegliches Tamtam langsam aber beständig zum Wegbegleiter mausert. Musik, wie Michael Cera Filme sie verlangen: verträumt, romantisch und gerade in ihrer Antriebslosigkeit bewegend.

Auch ohne praktischen Albumkontext ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild samt geschmeidigem Albumfluss. Wer will kann sich natürlich die Highlights herauspicken: Ob das dezent durch Streicher gestutzte Melancholiemeisterwerk ‚The Clod and the Pebble‚; das bereits erwähnte wunderbare Popfeuerwerk ‚Cardinal Rules‚; ‚Half Awake (Deb)‚, welches quasi nach Sonnenstrahlen verlangt; ‚Lower the Gas Prices, Howard Johnson‚ versprüht mit charmantem Rockhändchen Weisheiten; und die keyboardgeschwängerte Wavelastigkeit von ‚Yellow Missing Signs‚ zeigt Someone Still Loves You Boris Yeltsin sogar in bisher unbekanntem Gewand. Alternativ dazu darf man natürlich auch so gut wie jeden anderen Song der Platte nennen – auch wenn es Ausreißer nach oben gibt, sparrt die Band an tatsächlichen Ausfällen. Muß man bei über zwei Dutzend Songs ja auch erst einmal zusammenbringen. Einziges „Manko“ der Platte deswegen: es heißt schnell zugreifen, um sich ein Exemplar ‚Tape Club‚ zu sichern. Was bei den Verkaufsschlagern Someone Still Loves You Boris Yeltsin natürlich relativ zu sehen ist. Nichtsdestotrotz: Die Vinylversion von ‚Tape Club‚ wird auf 500 Exemplare limitiert sein (zumindest die schicke 180 Gramm Maroon-Version), die CD Variante auf immerhin 3000 Stück. Die eingeschränkte Verfügbarkeit sollte natürlich der kleinste Motivator für ‚Tape Club‚ sein, der beste: wunderbarer sympathischer Indierock.

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