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Spiele auf Google+ oder: das bessere Facebook?

Seite Mitte August gibt es auf Google+ eine Spiele-Seite. Das Social Network ist damit auf dem besten Weg, Facebook in den Schatten zu stellen.

Zu Beginn des Facebook-Hypes waren sie ja noch ganz nett, diese Spiele. Die Idee, auf einem Social Network mit oder gegen seine Freund_innen spielen zu können, war lustig und auch recht neu, für nahezu jeden Geschmack war etwas dabei. Was dazu führte, dass nahezu jede_r User_in die Spiele-Funktion auch nutzte, selbst wenn man der Anwendung dadurch erlaubte, auf Profilinfos zuzugreifen. Irgendwann kam aber der Zeitpunkt, an dem das Prozedere rund um die Facebook-Spiele anfing, anstrengend zu werden. Nicht nur, dass die Timelines zeitweise überfüllt waren von Mitteilungen, dass irgendwer irgendwas für irgendein Spiel braucht (hier ganz vorne dabei: FarmVille, FrontierVille, CityVille und wie diese ganzen Villes auch heißen mögen), auch die Benachrichtigungen quollen aufgrund der unzähligen Meldungen über Einladungen zu Backyard Monsters, Desktop Defender etc. über. Noch dazu kann man seit einiger Zeit nur dann spielen, wenn man das „sichere Durchstöbern“ deaktiviert hat. Kurz gesagt: Facebook-Spiele nerven.

Das haben auch die Leute hinter Google+ erkannt – so teilte Vic Gundotra, Senior Vize-Präsident der Engineering-Abteilung zur Einführung der Spiele-Seite mit:

„Wir wollen, dass Online-Spielen genauso viel Spaß macht und ebenso sinnvoll ist wie Spiele im realen Leben. Das heißt, der Nutzer erhält die Kontrolle darüber, wann er Spiele sieht, wie er sie spielt und mit wem er seine Erfahrungen teilt. Spiele auf Google+ sind da, wenn man sie will, und weg, wenn man sie nicht will.“

Zur Zeit bietet Google+ 16 Spiele an, darunter die schon von Facebook bekannten Spiele „Diamond Dash“ und „Bubble Island“. Auch bei Google+ muss man Google den Zugriff auf die eigenen Kontoinformationen und die Liste der Personen in Kreisen gewähren, um spielen zu können. Im Unterschied zu Facebook werden diese Daten aber nicht an Dritte weitergegeben (ein Bericht des Wall Street Journals deckte letztes Jahr auf, dass alle der zehn beliebtesten Apps auf Facebook User_innendaten, etwa an Werbefirmen, weitergeben), sondern nur an die Spieleentwickler_innen, mit dem Ziel, die Anwendung zu verbessern. Die Berechtigung des Datenzugriffs kann jedoch mit wenigen Mausklicks widerrufen werden. Das Problem dabei: auch bei Google+ ist es nicht möglich, ein Spiel ohne Gewährung des Zugriffs zu spielen. Aber immerhin ist es besser, wenn das eigene Spielprofil zur Verbesserung der Application verwendet wird, als das Verscherbeln der Profilinformationen von Facebook an Werbefirmen. Kommt ja einem selber zugute, irgendwie.

Aber auch Facebook sitzt nicht untätig da: als Reaktion auf die Google+-Spiele wurde angekündigt, einen Liveticker über Veränderungen in Spielständen sowie die Möglichkeit, die Darstellung der Spiele auf dem Bildschirm zu vergrößern, einzurichten. Dass diese Änderung den mangelhaften Datenschutz aufwiegen, darf bezweifelt werden.

Es darf aber auch bezweifelt werden, dass Google mit den Profilinformationen immer so „vorsichtig“ umgeht, immerhin geben User_innen Daten preis, die für die (Internet-)Werbebranche und damit auch für die Google-Suchmaschine immens wertvoll sind. Und bei Facebook hat’s ja auch ganz harmlos angefangen.

Bild: Screenshot plus.google.com/games

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