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Amon Amarth – Sutur Rising

Längst thronen die Schweden als Könige des Vikinger Metal.
Sutur Rising zeigt sie als amtsmüde und ideenlos. Metal vom Fließband muss diesmal genügen.

Amon Amarth, der Name ist mittlerweile zum Synonym für Viking Metal geworden. Obwohl Amon Amarth eben Death Metal spielen, nicht Black Metal.
Dem ungeachtet entwickelten sich die Mannen aus Tumba nicht nur hinsichtlich des Bekanntheitsgrades, sondern auch in finanzieller Hinsicht zu einem Zugpferd ihres Labels Metal Blade.
Nicht wenigen Fans hat die in den vergangenen Jahren eingeschlagene, verhältnismäßig zugängliche Richtung der fünf Schweden allerdings sauer aufgestoßen. Allein für das siebte Album der Band, Twilight of the Thunder Gods, bedeutete das die bisher besten Verkaufszahlen der Kariere, in Deutschland preschte man gar bis auf Platz 6 der Charts vor.
Aber Charts hin oder her – gut gestanden haben ihnen die eingängigeren Melodien tatsächlich.
Breitentauglicher Melodic Death Metal, der dennoch keine Zugeständnisse an den Nickelback geschulten Hörer macht.

Nichtsdestotrotz sollte Sutur Rising songstrukturell wieder weniger simpel ausfallen, zudem härter und schneller. Tatsächlich bleibt bei Amon Amarth aber wie seit jeher weitergehend alles beim alten. Die Schweden klammern sich etwas weniger an Strophe-Reafrain-Strophe Schemata, ansonsten gibt’s typischen Death Metal mit großen Refrains zu denen Sänger Johan Hegg uns aus den tiefsten Tiefen der Unterwelt Neuigkeiten aus Walhalla grunzt. Damit bleiben Amon Amarth wohl die AC/DC des melodischen Viking Death Metal.

Mit ihrem achten Studioalbum präsentieren sie sich allerdings in mangelhafter Form.
Sutur Rising begnügt sich ausschließlich damit, alte Ideen halbgar aufzukochen. Dass die Nordmänner nicht für Innovationslust stehen, weiß und akzeptiert man. Allerdings derart plumpe Versatzstücke eigener Songs ins Rennen zu schicken wirkt geradezu ermüdend.
In den wenigen kraftvollen Momenten der Platte (War of the Gods, Destroyer of the Universe, A Beast Am I) kompensieren Amon Amarth dies mit ihrer immensen Spielfreude, indem sie das Tempo anziehen und das meist einfallslose Songwriting durch einfache Lust am melodischen Metal wettmachen.
Ansonsten regieren hier dröge Riffanalogien und fade Kompositionen. Uninspiriert zusammengeschusterte Variationen alter Songgerüste bilden spannungsarme Songs, denen dann auch noch die großen Melodien fehlen.
Wo hier der Grad zwischen Enttäuschung und wahrhaftigem Ärgernis verläuft, ist schwer auszumachen.
Tatsächlich überspannt wird der Bogen aber erst am Ende (Doom Over Dead Man), wenn ein käsiges Orchester mit aller Gewalt Dramatik erwirken möchte, wo doch nur zielloses Metaleinerlei herrscht.
Da bekommen selbst die Götter das große Kotzen.
Wo sind Amon Amarth auf Sutur Rising mehr als eine schlechte Kopie ihrer selbst?

Einem Großteil der Fansschar wird dieser schlichte Mangel an guten Songs allerdings wieder herzlich egal sein, sie werden sich mit Sutur Rising zufrieden geben.
Amon Amarth bedienen Die Hard Fans gut, verlieren jedoch allgemein an Relevantz.
Sutur Rising gibt sich als kriegerische Schlachtplatte, ist aber schlussendlich nur ein müder Schaukampf.
Mehr noch: in seiner Hilflosigkeit ist es gar eine Aufforderung zum Umsturz.

 

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