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Explosions in the Sky – Take Care, Take Care, Take Care

Progression im texanischen Post-Rockhimmel ? The music on it feels different than anything else we’ve done before“ ließen Explosions in the Sky jedenfalls dem sechsten Studioalbum vorrauseilend ausrichten. Take Care, Take Care, Take Care kann damit nicht gemeint gewesen sein.

Das hat man Alles schon mal von Explosions in the Sky gehört: Die epischen Songstrukturen. Wechselhafte Berg und Talfahrten durch majestätische Gebirgszüge instrumentaler Rockmusik. Perlende, ineinander verwobene Gitarrenläufe, die zwischen meditativer Ruhephasen  und aufbäumender Naturgewalt das Schlagzeug dirigieren.
Da fragt man sich doch: noch stärker nach einem typischen Explosions in the Sky Album klingen, als Take Care, Take Care, Take Care – wäre das überhaupt möglich gewesen?

Vermutlich nicht. Take Care, Take Care, Take Care ist, was man von den Texanern  gewohnt ist: Nahezu klassischerer Postrock, per definitionem.
Damit hätten die Vier um Munaf Rayani mit ihrem Vorab-Statement gar nicht weiter entfernt von der Wahrheit ansetzen können, auch wenn man mit dem knackigen Trembling Hands geschickt auf die falsche Pop-Fährte zu lenken wusste.
Doch die restlichen fünf Songs machen genau dort weiter, wo der Vorgänger sein Ende fand: im Morgengrauen. Weniger dunkel als das meisterhafte All of a Sudden I Miss Everyone präsentiert sich Take Care, Take Care, Take Care. Lichter und gar freundlicher, erhebender. Vielleicht sogar als so etwas wie dessen optimistischer Zwillingsbruder.  Dabei von ebensolcher atmosphärischer Eindringlichkeit und klangästhetischer Varianz und  Dichte –John Congleton sei´s wieder gedankt.
Wer kann schon sagen, ob ohne dessen wunderbare Produktion Take Care, Take, Take Care eine solch majestätische Strahlkraft entwickeln hätte können. Oder ob diesen eleganten Postrockkunstwerke in jedem Fall ein derart hoher Gänsehautfaktor inne wohnen würde.
Muss ja auch niemand, da es einem ob der unsagbaren Schönheit von Bandgeschichtlichen Höhepunkten wie Postcard from 1952 ohnedies die Sprache verschlägt. Mitbekommen haben das aber nur diejenigen, die gedanklich nicht noch immer dem größten Handclap Moment der Postrock Geschichte in Last Known Surroundings nachhängen.

Das hat man Alles schon mal von Explosions in the Sky gehört,ja, die angekündigte Evolution findet nicht statt. Aber wozu auch? die Texaner spielen erstklassigen Postrock mit wenig Luft nach Oben. Wer bisher Gefallen am erhabenen Output der Band gefunden hat, dem dürfte auch Take Care, Take Care, Take Care ob seiner Schönheit die Freudentränen ins Gesicht treiben.
Stagnation ist das, aber davon dürfen sie ruhig noch hundert Alben aufnehmen.


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