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The Devil’s Blood – The Thousandfold Epicentre

Selim und Farida Lemouchi bestätigen den Hype um ihre Band noch eindrucksvoller als auf dem schon famosen ‚The Time of No Time Evermore‚. Erstklassiger Hard Rock mit psychedelischem Einschlag – nicht nur für Satanisten ein Muss!

Über The Devil’s Blood schreiben, ohne den exzessiv gelebten Satanismus der Geschwister Lemouchi zu erwähnen, ist natürlich so gut wie unmöglich: wenn im Artwork Pentagramme aufblitzen, nackte Frauen mit teuflischen Gesellen Party machen und in den Lyrics von allerlei okkulter Unzucht die Rede ist. Sei es drum: dass die praktizierte „Religion“ von Gitarrist und Songwriter Selim und Sängerin Farida kein publicityträchtiger Schnickschnack ist, sondern wohl tatsächlich authentisch gelebter Glaube, könnte auch das zweite The Devil’s Blood Album weitaus mehr Menschen verleiden denn schmackhaft machen – sollte es jedoch nicht.

Denn auch das zweite Album der Niederländer ein herausragendes Rockalbum mit unkaschierter Verankerung in den 1970ern geworden. Hard Rock mit klassischer Doompräsenz, psychedelische Ausläufer mit progressiven Songwriting. Wer Black Sabbath, Blue Öyster Cult oder Coven sucht, findet über Blood Ceremony auch zu Pink Floyd. Im Grunde machen The Devil’s Blood auf ‚The Thousandfold Epicentre‘, was sie schon auf ‚The Time of No Time Evermore‘ so umwerfend hinbekommen haben – nur eben in beinahe allen Belangen noch besser.
Die zeitlosen Riffs sitzen perfekt, Selim versteht sein Handwerk blind, glänzt aber nur selten und widerwillig im Rampenlicht. Wenn, dann kniddelt er tilgerecht bis die Finger bluten. Viel lieber aber lässt er den Platz seiner Schwester, The Mouth of Satan, die mit mehr Vibrato denn je knödelnd gleichermaßen Bruce Dickinson, Doro Pesch und Coven beerbt.
Um diese Aussichtspunkte bastelt Selim Songs, die sich theatralisch zu staubtrockenen Riffs aufschichten (‚Wings of Gloria‚), die poppige Melodien nicht scheuen (‚She‚) und mittlerweile sogar genug Selbstvertrauen hat, um noch nicht einmal vor discolastigen Beats zurückzuschrecken (‚Cruel Lover‘).

Mit der stetig steigenden Popularität der Band stiegen jedoch auch die produktionstechnischen Finessen, The Devil’s Blood haben ihren Sound aufgeblasen – fette Streicher pflanzen sich immer wieder auf ‚The Thousandfold Epicentre‚ ohne von Bombast zu kündigen, der Titelsong fasert nach kurzer Zeit zum symphonischen Unwetter aus. Noch besser gelingt dies in der letzten halben Stunde der Platte, die gerade aus drei Stücken besteht. ‚Everlasting Saturnalia‚ greift die dissonante Klaviermelodie aus ‚Unending Singularity‚ an der Gitarre auf, formt daraus ein geradezu himmlisch schwelgendes Stück Schönklang. Griffiger gibt sich ‚The Madness Of Serpents‚ nur Anfangs, der Übergang zum abschließenden Opus ‚Feverdance‚ gerät fließend. Atmosphärisch dicht kocht der 15 Minüter eindringlich seinem Höhepunkt entgegen, The Devil’s Blood jedoch geisseln den Hörer – das Finale gewährt keine Erlösung.
Mussten The Devil’s Blood zu Beginn ihrer mit Schweineblut beschmierten Karriere noch die Frage erdulden, was hinter dem Hype steckt, setzt ‚The Thousandfold Epicentre‘ ein fettes Ausrufezeichen hinter das bereits mit ‚The Time of No Time Evermore‘ abgegebene Statement – Ein teuflisches Meisterwerk.

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