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Arbouretum – The Gathering

Die Evolution von Arbouretum schreitet weiter voran. Arbouretum "The Gathering" Cover Art
Was dabei kaum auffällt: Der zweite Gitarrist Steve Strohmeier wurde gegen Matthew Pierce am Keyboard ausgewechselt.
Die Tatsache dass Mastermind Dave Heumann sich für The Gathering allerdings noch weiter vom Folkrock der Anfangstage verabschiedet, wiegt viel da schon deutlich schwerer.
Im Wahrsten Sinne – wer das hier Stonerfolkrock nennt, lügt keinesfalls!

Seit sechs Jahren bildet Heumanns organisches  Gitarrenspiel die Grundlage für Arbouretums hypnotische Monolithen von Songs. Und auch auf ihrem nunmehr vierten Album fühlt sich der ehemalige Mitstreiter von Will “Bonnie ‚Prince‘ Billie“ Oldham nach wie vor der Musik von Neil Young und seiner Crazy Horse verpflichtet, hat schon lange auch den Backkatalog von Fairport Convention verinnerlicht.
Doch der Betrachtungswinkel auf diese musikalischen Fixsterne hat sich für Neumann geändert. So muss sich Folkmusik also aus der Perspektive von Dronebands wie Earth anhören.

Die Verstärker wurden dafür massiv aufgedreht. Dass Ergebnis ist so heavy, wie auf dem sträflich missachteten Vorgänger Song of the Pearl bloß angedeutet.
Schönheit versteckt sich auf The Gathering so meist hinter massiven Soundwänden (Ausnahme: The Highwayman). Der Klang bleibt erdig, episch, warm. Und trotzdem scheint hier alles ein paar Zentimeter über dem Boden zu schweben. Selbst wenn die Songs auf bis zu 10 Minuten ausgewälzt und als psychedelischer Unterbau für ausufernde aber niemals ziellose Gitarrensoli verstanden werden, bleibt der Musik stets Raum zum Atmen. Die Band spielt dazu tranceartig, nahe an der stoischen Doomband, bleibt aber immer unberechenbar, improvisationshungrig.
Man fragt sich: Hätten Kyuss so unter anderen Bedingungen geklungen?

In wie stark sich letztendlich Carl Jungs Rotes Buch (als angegegebene Hauptinspiration) in The Gathering wirklich niederschlägt, sei dahingestellt.
Denn das hier ist, mehr als alles andere, Musik, die aus dem Bauch kommt.
Von einer Band, die ihren Platz gefunden hat.

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Comments (1)

  1. Pingback: Arbouretum - Song of the Rose - HeavyPop.at 25. März 2017 […] Einklang stehenden Songwriting von Song of the Rose, das konzeptionell neben Song of the Nile von The Gathering nicht nur den bisherigen Karriere-Zenit Song of the Pearl (speziell dessen Titelsong) von 2009 […]

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