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Darkest Hour – The Human Romance

Die letzten Jahre waren die wahrscheinlichschwersten in der Geschichte von Darkest Hour.
Gitarrist Kris Norris gab der Band den Laufpass und mit Langzeitlabel Victory hing der Haussegen schief. Die musikalische Reaktion darauf, The Eternal Return, war dann auch ein dunkler Klumpen. In seinem Songwriting limitierter und einförmiger als seine Vorgänger,  jedoch nicht minder erfolgreich (tatsächlich sogar der höchste Charteinstieg der Band).
Ihr siebtes Album sollte mit E1 im Rücken dann trotz allem ein Anknüpfen an alte Großtaten werden, die Band kündigte gar ihr „emotionalstes und melodischstes Album bisher“ an und schob prompt den astreinen Metalcoresong Savor the Kill hintennach.
Letztendlich eine falsche Fährte.

Darkest Hour bleiben die europäischste Band der New Wave of American Heavy Metal.
Metalcore bleibt zwar jederzeit in Rechweite, die Band aus Washington hat aber nicht vergessen, was sie in Schweden gelernt hat. Wo Darkest Hour draufsteht, ist immer noch Melodic Death Metal ohne Scheuklappen drinnen. Hier begegnen einem cleane Gesangsparts in überraschender Regelmäßigkeit und an jeder Ecke lauern Trashmetal Spengsel.
Unterm Strich bleibt aber auch The Human Romance ganz klar der Göteborger Schule verpflichtet, In Flames und At the Gates bleiben die Referenzbands.
Da passt es natürlich, dass diesmal Peter Wichers von Soilwork an den Reglern gesessen hat, auch wenn dessen bombastisches Soundgewand sich hin und wieder etwas zurücknehmen hätte können. Dass die Songs in dieser Produktion nicht untergehen, spricht im Endeffekt nur für Kompositionen.

Nicht nur deswegen fühlt sich The Human Romance auch an, als wäre es der direkte Nachfolger zu Deliver Us. Die Band hat wieder haufenweise Hits im Gepäck, egal ob zum Zimmer zerlegen oder mitgröhlen (The World Engulfed in Flames, Love as a Weapon,….). Und dass Mike Carrigan die Lücke, die Kris Norris hinterließ nun zu schließen vermag, tut sein übriges. Dass Darkest Hour in ihrer Entwicklung aber nicht stehen geblieben sind, bezeugen sie mit Überraschungen wie kleinen Choreinlagen (Man & Swine) oder gleich mit neunminütigen Intrumentalnummern inklusive Piano und Streichern (Terra Solaris).

Die schweren Jahre scheinen Darkest Hour hinter sich gelassen haben. Mit The Human Romance schaffen sie den Sprung zurück auf den mit Undoing Ruin eingeschlagenen Weg und offenbaren dennoch neue Facetten.
Dass The Human Romance für die Washingtoner verkaufstechnisch den schwächsten Start seit langem hinlegt ist unwichtig.
Darkest Hour sind über den Berg und rittern in dieser Verfassung wieder um die Krone des Melodic Death Metal.

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