Neonliberal.at

Neonliberal.at

The Decemberists – The King Is Dead

Simplizität. Das haben wir uns von Decemberists-Mastermind Colin Meloy The Decemberists "The King is Dead" Cover Arteigentlich noch nie erwartet. Als die Decemberists mit ihrem dritten Album „Picaresque“ groß wurden, waren sie für viele vor allem eines: die freakige Folkband mit dem „Mariner’s Revenge Song“, welcher nicht nur in Sachen Instrumentierung und Länge (8:48 Minuten), sondern vor allem durch seinen ausdrucksvollen Text bestach.

Was danach kam, ist Legende. Mit „The Crane Wife“ und „The Hazards of Love“ folgten zwei weitere, epische Konzeptalben. Nichts schien für Meloy und seine Mitstreiter_innen unmöglich, denn sie hatten bereits alle Genregrenzen gesprengt, jede noch so schwierige Geschichte bravourös erzählt. Die Erwartungen an den neuen Longplayer waren hoch – wie wollten, wie sollten sie sich selbst nochmals übertreffen?

„The King is Dead war ihre Antwort. Der einzige gemeinsame Nenner zu den früheren Konzeptalben ist Meloys eindringliche Stimme und Talent dafür, großartige Geschichten in Songtexten zu erzählen. Sonst ist alles anders. Weg vom Folk englischer Prägung, hin zum amerikanischen Country-Rock der 70er. Der Vergleich mit Neil Youngs „Harvest“ ist nicht all zu weit hergeholt, denn Instrumentierung, Arrangements, Stimme – das alles erinnert leicht an den Meister.

Das verwundert aber auch nicht, wurde das Album doch in einer Scheune nahe Portland, Oregon, aufgenommen und hat mit Gillian Welch auf sieben Stücken eine der bekanntesten Country-Sängerinnen des USA als Gast. Aber nicht nur sie wirkte gerne mit: Colin Meloy gab für „The King is Dead“ vor allem R.E.M. als Einfluss an – und holte sich deren Gitarristen Peter Buck mit an Bord, welcher unter anderem der Single „Down by the Water“ (nicht mit Neil Youngs „Down by the River“ zu verwechseln) und dem Opener „Don’t carry it all“ mit seinem unverwechselbaren Gitarren- und Mandolinenspiel seinen Stempel aufdrückte.

Textlich hat sich auch einiges verändert. Die Decemberists gehen weg von den prosaischen Texten und epischen Geschichten. Eine Entwicklung, die von manchen sicher nicht leicht verdaut wird. Doch hat auch das seinen Grund: „The King is Dead“ hat schließlich die Simplizität für sich entdeckt. Und macht dabei alles richtig.


[amazon_link id=““ target=“_blank“ container=““ container_class=““ ]The King Is Dead auf Amazon[/amazon_link]

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

social social
Add a comment

Comments (1)

  1. Pingback: Goodbye, R.E.M. - Neonliberal.at 22. September 2011 […] Aktivismus auffiel. Peter Buck, der erst vor kurzem Dauergast auf dem letzten Decemberists-Album The King is Dead war. Mike Mills, einer der gefragtesten Multi-Instrumentalisten der amerikanischen Rockmusik. Wir […]

Add a comment

Finde uns auf Facebook