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The Naked Heroes – Demon The Whiskey Down

Merica Lee & George Michael Jackson spielen rückwärtsgerichteten und tausendmal gehörten Blues Rock in ihrer stickigen Garage. Der ist nicht besonders clever, hält keine Überraschungen parat – unterhält aber mit jedem weiteren Bier intus besser. Und verschenkt wird das Ganze dann auch noch.

The Naked Heroes sind jene Art von Band, die mal eben einspringen kann, wenn der abgedachte Supportact der Hauptband nicht spielen kann. Wenn etwa Radio Moscow mit ihrem räudigen 70er Jahre Bluesrock stilsicher an die Wurzeln ihrer großen Brüder, der Black Keys, erinnern, aber dann mal doch die angemessene Aufmerksamkeit bekommen und weg müssen – The Naked Heroes stünden bereit. Das Duo Merica Lee und George Michael Jackson (ja!)  hat es sich im schweitreibenden Garage Rock bequem gemacht, dort genau studiert, was The White Stripes oder die Jon Spencer Blues Explosion so alles abgezogen hat. Und weil es in dieser Hypothese die Aufmerksamkeit der Hörer bei den zeitlich begrenzten Konzerten möglichst schnell zu erobern gilt, halten sich The Naked Heroes auch gar nicht lange mit unnötigen Spielerein auf.

Demon the Whiskey Down‚ ist die zweite Platte des gemischtgeschlechtlichen Gruppierung aus Broooklyn, die Zutaten sind die selben geblieben wie auf ’99 Diamonds‘ – nur eben alles noch schmissiger, eingängiger, besser. Referenztriefende, ultralässige Riffs reiten auf gallopierenden Rhytmen immer den kürzesten Weg Richtung bierseliger Mitgröhlhymne. The Naked Heroes feuern sich dabei nur zu gerne selber an: „Uhs“ und „Ahs“ und vor allem „YEAH’S!„kommen aus jeder Ecke geschrien, Handclaps und Kuhglocken geben nicht selten den Rhytmus vor, Call and Response Phasen stachelt man auch vorsichtshalber gleich mal selber an. In ‚Buzzard Juice‚ kriecht dann zwar auch eine bluesige Mundharmonika zur soulinfizierten Orgel – grundsätzlich aber sind das hier spartanisch inszenierter Rock´n Rollsongs, von denen zehn Stück in unter dreißig Minuten einreiten.

Die Gitarren dampfen, die Beats stampfen, die fetten Refrains sind für die Masse gemacht und die Kehle blutet bei so viel inbrünstig gegröhltem Unsinn: The Naked Heroes sind in erster Linie eine Spaßband. Allerdings weniger aufgrund absurder Namen der Musiker, strunzdummer Albencover oder trashiger Videos. Sondern, weil The Naked Heroes vordergründig unterhalten wollen: ‚Demon the Whiskey Down‚ begeistert wie sein Vorgänger ‚99 Diamonds‚ kurzweilig und ohne sich groß Gedanken zu machen, schüttelt die Songs ohne den Umweg über den Kopf zu machen aus dem Bauch. Hier wird zitiert ohne Ende und unterm Strich sind das allesamt Hits, diie schon wieder verschwunden sind, bevor es unangenehm wird. Quasi ein musikalisches Besäufnis ohne Kater danach. Meistens sinnlos, aber unterhaltsam wie nur was.

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