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The Soundtrack of Our Lives – Golden Greats No. 1

Spät aber doch auch in unseren Breitengraden erhältlich:  Hinter dem unseriösen Äußeren versteckt sich das erste Best of von Schwedens konstantester Rockband. ‚A TSOOL Introduction for Dummies, Step One‘  ist ein gelungener Querschnitt durch 5 Platten in 15 Jahren.

Ganz taufrisch ist das schnöde betitelte ‚Greatest Golden‚ allerdings nicht mehr. Beinahe ein Jahr nach dem Release über The Soundtrack of Our Lives´Stammlabel Telegram Records macht sich Haldern Pop (via Cargo) daran, die Hitsammlung der Schweden auch im deutschsprachigen Raum zu vertreiben – selbst die USA rocken hierzu schon seit März.
Aber sei es, wie es sei: Der lange Zeitraum seit der Erstveröffentlichung spielt da bezüglich der Aktualität der Musik ebenso keine Rolle, wie die leidlich rudimentär chronologische Anordnung der Songfeihenfolge: Denn erstens kommt frühestens dieses Jahr das angekündigte ‚Origins Vol. 2‚ (dem man ja kurzerhand das famose Doppel ‚Communion‚ vorgeschoben hat) – und plötzlich macht die Releaseverspätung einen marketingtechnischen Sinn. Und zweitens spielen The Soundtrack of Our Lives ohnedies seit eh und je eine einzige große, üppige Reminiszenz an die 60er und 70er; an den bombastischen Pop und den größenwahnsinnigen Rock dieser Tage; an stumpfen Simplizismus und die darin liegende Eleganz einfachster Riffs mit zeitloser Breitbandwirkung.

Also im Grunde irgendwie Altherrenrock, den man entweder immer wieder verdammt geil findet – oder scheiße. Vielleicht hilft es ja bei der Entscheidung, wenn man weiß, dass Noel Gallagher das große Klasse findet und immer wollte, dass Oasis das Tribut-Zollen ein bisschen mehr so angehen wie The Soundtrack of Our Lives. Fakt ist jedoch , dass wohl jeder, der mit zeitlosem, psychedelisch angehauchten Rock etwas anfangen kann, den Schweden mal ein Ohr leihen sollte. Wofür der Hitrundumschlag ‚Golden Greats No. 1‚ dann auch ein passabler Einstieg wäre. Mehr aber auch nicht.
Daher die sechs Schweden um Frontkutte Ebbot Lundberg zu jenen Bands gehören, die trotz bis zum Bersten gefüllter Alben kaum Ballast mit sich herumschleppen, ist ‚Golden Greats  No. 1‚ eine nur marginal interessante Geschichte für Fans, zumal diese wenig Nährwert in dieser Compilation finden werden. ‚Demophon‚, ‚Earthmover‚ und ‚Karmageddon‚ müssen all jenen ‚TSOOL‚ – Freunden genügen, die sich nicht für die mit Bonus DVD ausgestattete Version entscheiden.

Neuankömmlingen im Retrorockuniversum geht es da natürlich etwas besser, ‚Golden Greats No. 1‚ erfüllt seine eigentliche Aufgabe weitestgehend brav. Vieles, das man von The Soundtrack of Our Lives kennen sollte fehlt hier zwar, so gut wie alles was man kennen muss, ist aber da:  Von ‚Sister Surround‚ über ‚Instant Repeater ’99‚ und ‚Second Life Replay‚ bis zum größten Hit ‚Bigtime‚ findet sich hier, auch wenn man etwa  ‚Mantra Slider‚ tatsächlich ausgelassen hat und dafür eher mäßige Stampfer wie ‚Thrill Me‚ mitgenommen hat. Die Gewichtung der Sammlung liegt klar auf ‚Behind the Music‘ und vernachlässigt was davor und danach passierte.
Auch deswegen ist sie nicht perfekt, die erste Hitcompilation der Schweden – und sowas braucht im Grunde kein Mensch, weil der Griff zu den regulären Alben der naheliegendere sein sollte, das ideale Weihnachtsgeschenk wäre es 2010 aber doch irgendwie gewesen.
Sollte man sich deswegen also entweder vormerken oder gleich wieder vergessen.

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