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Tides from Nebula – Earthshine

Vier Polen spielen Postrock und kennen Neurosis.  Mehr gibt es zum Zweitwerk  von Tides from  Nebula eigentlich nicht zu sagen, denn Earthshine ist Standard an allen Ecken und Enden.

Klassischer kann man an das Genre Postrrock kaum beackern. Alles was da dazugehören sollte, findet sich auch bei Tides from Nebula und das außerdem in ansprechendem Maße. Earthshine krankt jedoch wie dessen Vorgänger Aura daran, dass Tides of Nebula Instrumentalmusik spielen, wie sie praktisch von jeder Band mit einem gewissen Gefühl für Dramatik, Melodie und auch Melancholie produziert werden könnte.
Souverän, aber ohne eigene Note, dümpelt Tides from Nebula deswegen im Postrock Mittelfeld. Schlecht ist das nie, stimmungsvoll sogar meistens, selten aber wirklich packend, niemals innovativ oder gar eigenständig.

Weite Instrumentallandschaften lassen den Songs jede Zeit der Welt um sich zu entfalten, schaffen zwischen der Genre typischen Laut-Leise Dynamik genug Platz für eindringliche Momente, die schlussendlich jedoch zu oft ins Leere laufen. Achtmal schwellen Songkörper an und fallen wieder zusammen, eine gewisse Formelhaftigkeit lässt sich nicht absprechen. Dabei fehlt den Polen die eigene Duftnote, keine Sekunde von Earthshine ließe sich in Unkenntnis des Urhebers eindeutig dieser Band zuordnen,Tides from Nebula gelingt es auf Platte wieder nicht, Akzente zu setzen.

Dass die Polen ihre Musik selten in härtere Gefilde abdriften lassen und sich damit vage an dem monströsen Postmetal von Bands wie und vor allem Neurosis orientieren, genügt da nicht.
Gerade auch, weil Earthshine seine eindrucksvollsten Momente erlebt, wenn Tides of Nebula den Lärmpegel gegen Null tendieren lassen und eindringliche Klanggebilde der Melancholie erzeugen. “These Days, Glory Days“, “Waiting fort he World to Turn Back“ oder vor allem “Cemetery of Frozen Ships“ geben Versprechen ab, die Earthshine nur phasenweise einlösen kann. In diesen jedoch fällt die Mittelmäßigkeit der Band ob der Schönheit ihrer Musik weniger ins Gewicht.
Tides from Nebula werden mit ihrem Zweitwerk allerdings wohl auch weiterhin in der B-Liga des Postrock antreten. Bis es den Polen gelingt, ihre Musik besser als nur souverän zu spielen und mehr als das wohl noch: bis sie endlich ein eigenes Gesicht gefunden haben. Einstweilen fügen Tides from Nebula dem Genre keine nennenswerten Facetten hinzu, heben allerdings  dessen Schönheiten hervor.


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