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Panda Bear – Tomboy

Für sein viertes Soloalbum wollte Noah Lennox weg vom signifikanten Sound  von Person Pitch und Animal Collective´s Merriweather Post Pavilion. Weg vom exzessiven Gebrauch von Samplern, hin zu Gitarren und schweren Rhythmen. Pate standen für Tomboy deswegen Nirvana und The White Stripes.
Klingen tut es aber – wenig überraschend – nach Panda Bear pur.

Dafür hat Panda Bear über vier Soloalben, dabei vor allem auf seinem grandiosen 2007er Durchbruch Person Pitch, einfach einen zu eigenständigen Sound erarbeitet.
Mögen auf Tomboy auch noch so viele Gitarren zum Einsatz gekommen sein – finden wird man keine davon mehr so einfach. Lennox verfremdet jegliche Instrumente zu dicht gedrängten Soundflächen, speist dazu seinen nebulös-weitschweifenden Gesang mit unendlichen Halleffekten und schrammt mit seinen Kompositionen soweit als möglich am Dreampop vorbei.

Den Rock- Ansatz findet Lennox an anderer Stelle. War Person Pitch trippige Progression, leistet sich Tomboy den Luxus, das abzubilden, was man sich im Panda Bear Kontext am ehesten unter konkreten Popsongs vorzustellen hat.
Lennox geht 2011 wieder kompakter zu Werke. Lässt seine Songs keine 12 Minuten abdriften, kommt damit schneller zum Punkt und dennoch niemals wirklich ans Ziel.
Repetitiv drehen sich diese Konstruktionen im Kreis, können gerne enervierend wirken und zeigen erst nach und nach, dass da wieder mehr dahinter steckt als gehypte Hipster Mucke. Halt bietet  dabei  immer noch dieser Panda Bear eigene, sommerlichen Esprit, aus  dem manch einer Brian Wilson´s Einfluss heraushören möchte.
Dabei gibt sich Tomboy trotz seiner drückenden Dichte geradezu luftig-leicht, verzichtet Großteils auf herausragende Einzelsongs (wenn schon: Last Night at the Jetty) und wirkt  als großes Ganzes doch wie ein stimmungsvoller, elektronischer Drogentrip durch Panda Bear´s muntere Hitparade.
Kann Tomboy damit auch nicht die enormen Fußspuren von Person Pitch ausfüllen, gibt Lennox´ viere Auszeit vom Animal Collective doch einen würdigen Nachfolger ab.

Ein Nachfolger, der ohne Loops, Delays´s und Verfremdungen jeglicher Art wohl wieder undenkbar gewesen. Kann man sich auch ungefähr ausmalen, inwiefern genannte Bands Lennox beeinflusst haben:
Ein Panda Bear Album wird vermutlich immer wie ein Panda Bear Album klingen.
In den besten Momenten also wie die wunderbare Vermählung sphärischer Eletronik und 60´s affinem Pop.
In den (seltenen) weniger Guten wie selbstgefällige Synthesizer Experimente, die sich selbst als cleverer wahrnehmen, als es der Gedankengang dahinter gewesen sein möchte.
Panda Bear marschiert mit Tomboy weitestgehend in ersterer Kategorie.


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Comments (1)

  1. Pingback: Animal Collective – Centipede Hz - HeavyPop.atHeavyPop.at 1. September 2012 […] aber ‘Applesauce’. ‘Centipede Hz‘ liefert dazu mehr Erklärung als ‘Tomboy‘, warum Noah Lennox in letzter Zeit so gerne von seiner Bewunderung für White Stripes, […]

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