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U.S. Christmas – The Valley Path

U.S. Christmas begeben sich auf den Trip in eine Ortschaft am Fuße der Appalachen und brauen daraus ein Konzeptalbum ohne Konzept. Das fünfte USX Album spielt alle Stärken dieser wundersamen Band aus und lässt den Dingen ihren Lauf:  40 Minuten Musik transzendieren in einen einzigen, überlangen Song.

Natürlich hätten sich die verschiedenen Parts von ‚The Valley Path‚ in verschiedene Songs aufsplitten lassen, im Grunde und Idealfall sollte man U.S. Christmas Alben aber ohnedies am Stück hören. Um von der  vollen Sogwirkung der abgründigen Kompositionen des Amerikanischen Kollektives  mitgerissen zu werden, in die erhabenen Landschaften eintauchen zu können, die Nate Hall und seine MitstreiterInnen da zusammenbrauen. Insofern ist das Fehlen von Trackmarks schon stimmig, denn abermals erschaffen USX hier ein Werk von geradezu unwirklicher Schönheit, das einem Grundmotiv folgend abermals die Ausnahmestellung der passenderweise auf Neurot Records gelandeten Band unterstreicht.

Zeitnah zum 2010er Album ‚Run Thick in the Night‚ Album aufgenommen, sind die Eckpunkte des USX Sounds die selben, auch wenn der Hawkwind Faktor deutlich subtiler zu Tage tritt: Post-Metal ist das irgendwie, der sich gleichzeitig tonnenschwer walzend und doch förmlich schwebend über meditativen Stoner Rock ausbreitet und sich dabei allen Raum nimmt, den die Musik braucht. Die weitläufigen Strukturen schwellen über 40 Minuten immer wieder von neuem an, BJ Graves und Justin Whitlow formen an ihren Schlagzeugen die USX eigene Dynamik, zu der sich E-Gitarren und Streichinstrumente ineinander verweben, während Nate Hall gelegentlich aber selten seinen nasalen Gesang beisteuert. Als würden Kylesa plötzlich Hippies werden. Kein Wunder, dass dieser psychedelische Avantgarde Metal das Bild einer Band suggeriert hat, deren kauzige Mitglieder sich spät abends im tiefsten Wald zum Jammen treffen, die Birne mit diversen Substanzen zuschütten und am nächsten Tag gemeinsam den Müll aufsammeln gehen.

USX liefern damit die fünfte tolle, eigenwillige Platte seit 2002, als feste Größe des Post-Metal darf man sie ohnedies schon länger sehen. Neurosis und Konsorten werden wieder stolz auf ‚The Valley Path‚ sein – zurecht. Vor allem, da über das schleppende Schlagzeugspiel, schier endlos anmutende Feedbacksolos und die zurückgelehnet Heavyrockattitüde samt eingearbeiteter Naturgeräusche der niemals ziellose Psychedelicjam in den letzten fünf Minuten tatsächlich seinen majestätischen Höhepunkt findet. Bis dahin darf man U.S. Christmas auf einem geradezu meditativen Trip begleiten, der Atmosphäre über alles stellt. Berauschend – auch ohne Zuhilfenahme jedweder bewusstseinserweiternder Stoffe.

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