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Adam Haworth Stephens – We Live on Cliffs

We Live on Cliffs ist Adam Stephens
erster Soloausflug von den temporär auf Eis gelegten Two Gallants. Dabei herausgekommen ist ei Album, das wie die pure Antithese zum knochentrockenen Punkcountrybluesrock seiner Stammband erscheint:
Gehaltlos, anbiedernd, langweilig.

Dabei sollte man natürlich nicht übersehen, dass Adam Haworth Stephens ohne seinen Two Gallants Spezi Tyler Vogel (ebenfalls umtriebig mit Devotionals) einen komplett anderen Ansatz verfolgt. Hier will jemand Pop mit den Mitteln des Country und Folk erschaffen. Dafür hat er ein paar wunderbare Melodien parat stehen, webt sie zu mal drängelnden, mal schwelgenden aber immer eingängigen Songs voller Schönklang…

…und entfernt dann jegliche Ecken und Kanten.
Auf diese Art fährt Stephens den Karren in den Dreck. Neunmal am Stück.
Knappe 40 Minuten muss man mit anhören, wie ein potentiell toller Song nach dem anderen in die Egalität geschliffen wird. Maßgeblichen Anteil an diesem musikalischen Verbrechen hatte Produzent Joe Chiccarelli, der My Morning Jacket, The Shins oder The White Stripes schon weitaus bessere Dienste geleistet hat.
Was man sich dabei gedacht hat, wird ein Geheimnis bleiben.

Der Halbwertszeit der Platte tut dies natürlich keinen Gefallen. Das weiß man alleine dadurch, dass We Live on Cliffs schon im September 2010 in den Vereinigten Staaten via Saddle Creek erschienen ist. Nach einem halben Jahr wirkt Adam Haworth Stephens Erstling immer noch wie ein Bright Eyes Album mit zusätzlichem Weichspüler, ein Two Gallants Werk ohne Eier. Da verlieren selbst anfängliche Höhepunkte wie Praises in Your Name, Second Mind oder The Cities That You´ve Burned bald jeglichen Reiz.

Das tut natürlich nicht weh, ist auch hübsch anzuhören und wirklich nett.
Aber wessen kleiner Bruder das ist, weiß man ja.
Daher dem Groß der Songs aber durchaus solide Kompositionen zugrunde liegen, ist We Live on Cliff mutmaßlich eher Enttäuschung als tatsächlicher Reinfall und wer sich von genannten Bands schon immer mal Honig ums Maul schmieren lassen wollte, wird hiermit nicht unglücklich werden. Zumal Besitzer einer solchen Stimme wie Stephens sie hat, schlussendlich immer etwas zu bieten haben.

Was gleichwohl bleibt, ist die Frage:
Soll man froh sein, dass We Live on Cliffs nicht unter dem Banner der Two Gallants durchgeht, oder sich ausmalen, wie dieses Album womöglich klingen hätte können, wäre dem doch so gewesen?

 

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