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WKR: Linksextremer Druck siegt

Die Betreiber_innen des Kongresszentrum Hofburg haben den Ball des Wiener Korporations-Ring ab 2013 ausgeladen. Der europäische Rechtsextremismus im Frack muss sich also nach dem letzten WKR-Ball in der Hofburg am 27.01.2012 einen anderen Ort suchen.

Martin Graf, 3. NR-Präsident und Olympia-Burschenschafter, will jetzt gegen diesen Entscheid vorgehen, mit den Betreiber_innen verhandeln, die linkem und „linksextremen“ Druck nachgegeben hätten. Wobei: hätten? Haben. Und das ist gut so. Denn der WKR-Ball ist das Festbankett des Rechtsextremismus. Hier trifft sich die Rechtsaußen-Elite, um zu feiern, dass ihr deutschnational-rassistisches Gedankengut so salonfähig ist, dass es in der Hofburg, von hunderten Polizist_innen beschützt, gefeiert werden kann. Man vernetzt sich, feiert völlig außerhalb eines jeden demokratischen Rahmens, mit in der Hofburg, in der auch der Bundespräsident seinen Amtssitz hat.

Die FPÖ schäumt vor sich hin, von Graf über Strache bis zu den ganz klar vom Rechtsextremismus abgegrenzten Jugendorganisationen der FPÖ ärgern sich alle blau. In Österreich ist ihr Gedankengut, mehr oder weniger gut versteckt hinter demokratiefähigen Parolen, doch hoch angesehen, wird mit populistischen, Hass schürenden Sprüchen mitten in die Gesellschaft gespuckt und findet auch noch Anklang bei, geht man nach aktuellen Wahlumfragen, gut einem Viertel der wahlberechtigten Bevölkerung.

Ihr merkt, ich will nicht objektiv sein. Es ist gut und richtig, dass der WKR-Ball, nach einem leider stattfindendem letzten Mal zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, endlich aus der Hofburg draußen bleiben muss. Es ist schade, dass es überhaupt so lange gedauert hat, und dass nicht die Politik, sondern die privaten Gesellschafter_innen diese Forderung umgesetzt haben. Es darf aber auch nicht der einzige oder letzte Schritt gegen die Salonfähigkeit des Rechtextremismus in Österreich bleiben. Der braune Mief sitzt noch viel tiefer in unserer Gesellschaft – als 3. NR-Präsident, zum Beispiel.

Jetzt muss nur noch die Gegendemonstration zum bald stattfindenden letzten WKR-Ball groß und legal werden. Um zu zeigen, dass nicht nur ein linksradikaler Rand gegen die Idiotenfreiheit des Rechtsextremismus in Österreich ist. Sondern die große Mehrheit der Gesellschaft.

Foto: orangedrunk

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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