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Yo, Vigilante!

Batman

Ich war schon als kleines Kind ein Fan von Batman. Vorrangig, weil er cool war (z.B. in „Batman: The animated series“), aber irgendwie war da auch was, das ich als Kind noch nicht so ganz definieren konnte. Mehr als Coolness, mehr als die paar guten und die paar schlechten Zeichentrickserien. Mehr als Arnie als Mr. Freeze.

Jetzt ist das irgendwie anders. Das Phänomen „Vigilante“ ist greifbar. Eine Person, die das Gesetz in die eigene Hand nimmt, um das System zu stabilisieren. Den status quo aufrecht erhält, um das Leben der Anderen lebenswerter zu machen. Wie Bruce Wayne. Ein Mann der sein gesamtes Leben opfern würde, um andere zu beschützen und anderen zu helfen.

Oder? Naja, ganz so nobel ist er dann auch wieder nicht. Im Endeffekt, das wissen wir, ging es Bruce Wayne aka Batman eigentlich immer nur darum, den Mörder seiner Eltern zu finden. Den Autor_innen und Zeichner_innen darum, ihn möglichst cool dabei aussehen zu lassen. Mission accomplished!

Aber neben dem allseits bekannten Batman, welcher zu unrecht oft in die Kategorie „Kinderkram“ gesteckt wird, gibt es auch andere überaus beliebte „AntiHelden“. Dexter aus der gleichnamigen Serie zum Beispiel. Der tötet aus einem inneren Verlangen Menschen. Aber nicht irgendwelcher, sondern ausschließlich solche, die Polizei und Justiz entkommen. Praktisch, dass er als Forensiker bei der Polizei arbeitet, quasi an der Quelle sitzt. Aber mehr sei hier gar nicht verraten, schaut euch einfach die Serie an (wirklich!).

Diese Vigilanten stützen sich oftmals auf einen bestimmten Code, dem ihr Handel unterliegt. So würde Batman niemals absichtlich töten, Dexter keine Unschuldigen und so weiter und so fort. In der Realität schaut es da aber ein wenig anders aus. Eine bekannte Vigilantengruppen ist zum Beispiel der Ku Klux Klan, die Gewalt richtet sich gegen den jeweils selbst definierten Feind – meist Minderheiten wie Migrant_innen, Menschen mit anderer Hautfarbe, aus einem anderen Kulturkreis etc. Traurigerweise endet hier jedoch nicht die Unterstützung des „Volkes“ und der „Obrigkeit“. Naziskins werden oftmals von ihnen weit überlegegnen Hintermännern aus reichem Umfeld mit Waffen versorgt, Gewalt gegen Ausländer_innen oftmals hinter vorgehaltener Hand von einer breiten Masse goutiert. Vigilantismus ist abseits der Popkultur also ein ernsthaftes Problem mit reaktionärem Hintergrund. Daran sollte das nächste Mal gedacht werden, bevor man sich einen „starken Mann“ wünscht, der „das Gesetz in die eigene Hand nimmt“.

Foto: flickr.com/chicagobart

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

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