Neonliberal.at

Neonliberal.at

Zeitung vs. Internet

Vom Tod der Printmedien lesen wir jetzt auch in Österreich immer mehr, seit es das web 2.0 auch zu uns geschafft hat. Unzählige Artikel gibt es inzwischen zu dem Thema, ganze Magazin-Ausgaben haben sich damit beschäftigt, Kongresse werden abgehalten, Amateure wie ich äußern sich via Blog, Twitter und Facebook laufend dazu.
Aber, ist das was dran? Bedeuten Facebook, Twitter etc. wirklich den Tod der traditionellen Zeitung?

Foto cc: flickr.com/ubung

Von der Nutzung hängt es ab. Viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, ziehen inzwischen Twitter in SachenNachrichten einer Zeitung vor. Die Informationen erreichen einen einfach schneller, man ist immer aktuell. So zum Beispiel wussten Verfolger_innen des Hashtags #s21 am oft schon vor Zeitungen, was gerade bei den Krawallen in Stuttgart abging. Livestreams berichteten live vor Ort, während Fernsehteams sich gerade erst auf den Weg machten.

Bei Facebook sieht es wiederum anders aus. Facebook ist für mich vielmehr Plattform für sozialen Austausch als Twitter. Während ich via Twitter wenn dann nur politische Themen diskutiere, verwende ich Facebook großteils dazu, mit Menschen privat zu kommunizieren. Hier und da ein empfohlener Artikel, ein Lied, das war’s. Man könnte also sagen: Twitter sei vor allem ein Nachrichtenmedium, während Facebook eher der Kommunikation untereinander diene. Ob das jetzt stimmt oder nicht liegt jedoch bei den Nutzer_innen. Variation ist möglich.

Aber warum soll ich dann noch Zeitung lesen?, hab ich mich auch schon mal gefragt. Irgendwie stimmt es ja auch: den Standard habe ich eigentlich nur noch aus Gewohnheit abonniert, viele Artikel kenne ich bereits am Vorabend aus der Onlineausgabe.
Aber trotzdem: in einer Zeit, in der man mit Smartphone unterwegs ist, jede Stunde mindestens einmal seine Mails abruft, andauernd via Twitter versucht am Puls der Zeit zu bleiben – was gibt es da Schöneres, als das Handy auf die Seite zu legen, sich eine Melange zu bestellen und genüsslich eine Zeitung aufzuschlagen?

Und abseits von aller Sentimentalität: alles steht halt auch nicht im Internet. Es kommt ja doch auf die Mischung drauf an.

Klemens

Das Licht der Welt erst 1991 erblickt und schon so bitter.

social social

No comments yet.

Add a comment

Finde uns auf Facebook