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Zum Bildungsvolksbegehren: Österreich darf weiterwurschteln

Knapp 6% der Wahlberechtigten haben also das Bildungsvolksbegehren  unterschrieben.
Angesichts der Tatsache, dass die Missstände in unserem Bildungssystem täglich in den Medien erörtert werden, massiv Werbung für das Volksbegehren gemacht wurde, und jede/r ÖsterreicherIn in seinem/ihrem Umfeld SchülerInnen, StudentInnen oder Menschen in Weiterbildungsmaßnahmen kennt, ist dieses ein mehr als kärgliches Ergebnis.

Immerhin war das aktuelle Volksbegehren das Erfolgreichste  der letzten 5 Jahre. Wobei: dass zum Beispiel vom 28. Februar – 7. März 2011 das Volksbegehren „Raus aus EURATOM“ lief, wurde in den Medien erst fünf Tage später erwähnt, und zwar nachdem Fukushima weltberühmt wurde.
Das „Bildungsoffensive- und Studiengebühren Volksbegehren“ im November 2001 haben gerade einmal 3 % der Wahlberechtigten unterschrieben, 2011 sind es schon 6%. Vielleicht kommt in zehn Jahren endlich das nächste Volksbegehren zu Bildung, das dann hoffentlich mehr Unterstützung findet. Da derzeit die breite Öffentlichkeit scheinbar kein Interesse daran hat unser Bildungssystem (in dem viel im Argen liegt) zu verbessern, werden politische EntscheidungsträgerInnen so weiterwurschteln wie bisher:

– Die Hauptschulen einfach in NMS umbenennen und dafür ein wenig mehr finanzielle Mittel bereitstellen (die in ein paar Jahren eh wieder gekürzt werden), und das als großen Wurf zu präsentieren, ohne die wichtigen Fragen im Pflichtschulbereich anzupacken.

-Im Schulsystem weiterhin darauf setzen, dass die Eltern drauf schauen, dass geübt, gelernt und Hausaufgaben gemacht werden und sich dann wundern, dass Kinder (mit Migrationshintergrund, berufstätigen Eltern oder Eltern, die sich keine Nachhilfe leisten können) auf der Strecke bleiben.

– Auf den Universitäten alle paar Jahre Studiengebühren einführen, dann wieder abschaffen und zu glauben, dass damit alle Probleme gelöst seien – StudentInnen haben keine anderen Ausgaben und Universitäten brauchen ja sonst keine Einnahmen.

Das Volksbegehren spiegelt aber den Zustand unseres Bildungssystems treffend wieder: Hohe (Werbungs-)Kosten und trotzdem nur ein durchschnittliches Ergebnis.

Foto: European Citizen

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